Die Sängerin
Wo ist sie denn?, die Sängerin,
mit der ich froh verbunden bin.
Sie ruft vom hohen Ahornbaum:
"Hier hab' ich zwischen Blättern Raum
und sehe gut, was du nicht siehst,
weil du so tief dort unten bist
auf einer Bank an meinem Stamm.
Zum Kämmen brauch' ich keinen Kamm,
zum Fliegen leichte Federn nur.
Wie schön der Wald, die Maienflur!"
"Das seh' ich auch", geb' ich zurück.
"Ich sehe gut, das ist mein Glück!"
Die Amsel singt: "Gott, lob Dir sei!"
Ich sitze hier und bin dabei
ihr Gotteslob auf's Blatt zu schreiben,
so kann es gut erhalten bleiben!
Ute Pesch
19. Mai 2011
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